...aber so lange warten wir nicht. Wir werden heute schon unsere zukünftige Wohnsituation gestalten: gesellig, unbeschwert, lebenswert, interessant. Vorsorglich barrierefrei - physikalisch und psychologisch. Mit einer Infrastruktur, die aktive und passive Versorgung ermöglicht: die einen versorgen, die anderen werden versorgt - wo und wenn es nötig ist. Einkauf, Kochen, Unterhaltung, Pflege, medizinische Betreuung.

Wohn-Räume für alle Lebensformen: Familie, WG, Paar, Single. Und da es ein Leben nach der Arbeit gibt, schaffen wir auch Frei-Räume: eine grüne Oase auf dem Dach, eine Werkstatt für alles Mögliche, einen Raum zum Feste feiern, einen Innenhof - einfach nur zum SEIN. Ein Whirlpool ist denkbar, eine Sauna, ein Trimm- oder Wellnessraum. Vorstellungen und Vorschläge jeder Art von jederman stets willkommen. Das Projekt wächst aus sich heraus und durch die Beteiligten.
Wie werden wir in Zukunft leben? Wie werden wir im Alter leben?
Fragen, die heute viele Menschen beschäftigen. Das traditionelle Familienleben, in dem sich die Enkel um die Großeltern kümmern, hat kaum noch Bestand. Die Zahl der Singlehaushalte und derer, die keine Kinder bekommen, wächst.
Erwerbstätige müssen mobil sein. Es wird immer mehr alte Menschen geben und immer weniger junge, die die alten betreuen können. Pflege in Altenheimen ist teuer und kann sich nicht jeder leisten. Ein Leben im Altersheim als solches ist für viele schon eine unangenehme Vorstellung. Der Wunsch, so lange wie möglich selbstständig zu bleiben, ist stark. 'Nicht allein und nicht ins Heim' ist daher das Ziel, das immer mehr Menschen verbindet. - Und 'gemeinsam statt einsam' ist das Motto der sich landauf und landab bildenden gemeinschaftlichen Wohnprojekte. Hier tun sich älter werdende Menschen aber auch junge Familien und Singles mit dem Ziel zusammen, in einer guten Nachbarschaft zu leben, in der man auf die Hilfe der anderen bauen kann. Immer mehr Menschen sehen in gemeinschaftlichen Wohnprojekten ihre persönliche Zukunft. Das Einfamilienhaus zu verkaufen und im Alter in ein Wohnprojekt zu ziehen, ist dabei ein folgerichtiger Gedanke.

Je mehr die Bewohner eines Wohnprojektes zusammen passen, desto höher ist die Bindung an Projekt und Objekt, desto sicherer ist die Bewirtschaftung und Rentabilität und desto mehr ist man darum besorgt, dass sich funktionierende Hausgemeinschaften entwickeln. Der Wunsch nach Einvernehmlichkeit und die aktive Teilnahme an gemeinschaftlichen Einrichtungen ist dabei eine günstige Voraussetzung. Am Ende steht eine klare Identifikation mit dem Projekt, das ganz und gar das eigene ist.

Das Familienministerium fördert die Entstehung solcher Wohnprojekte, Städte und Gemeinden befassen sich mit der Thematik.

Der Trend, das Einfamilienhaus zu verkaufen und im Alter in ein Wohnprojekt zu ziehen, steigt.